Der Stadtrat beauftragt die Verwaltung, gemeinsam mit der Parkhausbetriebs GmbH Worms zu prüfen, wie am Wormser Hauptbahnhof eine sichere, leicht zugängliche und vor Witterung geschützte Möglichkeit zum Abstellen von Fahrrädern geschaffen werden kann, die insbesondere Lastenräder und E-Bikes berücksichtigt, und dem Stadtrat darüber zu berichten. In die Prüfung einzubeziehen sind mögliche Standorte im Bahnhofsumfeld einschließlich einer Lösung im oder am bestehenden Parkhaus, die Anbindung an das vorhandene Park-and-Ride-Angebot, geeignete Betreibermodelle bis hin zu einer vollautomatischen Anlage, der Kapazitätsbedarf sowie verfügbare Fördermöglichkeiten. Anschaffung und Unterhalt sollen den städtischen Haushalt möglichst nicht belasten.
Begründung
Immer mehr Menschen fahren mit dem Rad zum Hauptbahnhof, zunehmend mit E-Bikes und Lastenrädern. Gerade diese Räder sind hochwertig, sperrig und nicht ohne Weiteres zu ersetzen. Wer sie täglich am Bahnhof abstellt und mit Bahn oder Bus weiterfährt, braucht einen Platz, der trocken, leicht erreichbar und vor Diebstahl geschützt ist. Ein solches Angebot fehlt am Wormser Hauptbahnhof bislang.
Das Radhaus der Lebenshilfe besteht seit 2004 und betreibt unmittelbar am Westausgang (Auxerreplatz) eine bewachte Fahrradgarage. Dieses Angebot ist vertragsbasiert, setzt eine persönliche Registrierung voraus und stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Die beiden überdachten Abstellanlagen im Bahnhofsumfeld bieten zwar Wetterschutz, aber kein individuell gesichertes Abstellen und sind für Lastenräder kaum geeignet. Für Pendlerinnen und Pendler, die spontan und ohne Voranmeldung sicher abstellen wollen, gibt es derzeit keine passende Lösung.
Der Bedarf ist erkannt und mit diesem Prüfauftrag schafft der Stadtrat die Grundlage dafür. Bewusst gibt der Antrag keine bestimmte Bauform vor. Denkbar sind einfache, aber gut gesicherte überdachte Anlagen mit abschließbaren Boxen ebenso wie eine vollautomatische Lösung, wie sie Frankenthal (Pfalz) am 26. Mai 2026 als erste Stadt in Rheinland-Pfalz am Hauptbahnhof in Betrieb genommen hat, mit 96 Stellplätzen, appbasiert und ohne städtischen Personalaufwand. Auch eine Integration in das bestehende Parkhaus oder an dessen Rand soll geprüft werden. Welche Variante am Ende die richtige ist, soll die Prüfung zeigen.
Wichtig ist die Anbindung an das vorhandene Park-and-Ride-Angebot, damit Fahrrad, Auto und Bahn an einem Knotenpunkt zusammenwirken und der Umstieg möglichst kurz bleibt. Ein verlässliches Abstellangebot am Bahnhof entscheidet oft darüber, ob das Rad als Teil der täglichen Wegekette überhaupt in Frage kommt.
Die Finanzierungsfrage ist dabei weniger offen, als sie zunächst scheint. Frankenthal hat von rund 1,3 Millionen Euro Baukosten 1,25 Millionen über KIPKI getragen, das Kommunale Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation des Landes Rheinland-Pfalz. Worms hat über dieses Programm bereits eigene Mittel erhalten. Die Prüfung soll klären, ob und in welchem Umfang vergleichbare Landesmittel noch verfügbar sind. Darüber hinaus steht Worms aus dem beschlossenen Bundesinfrastruktur-Sondervermögen ein Anteil von rund 81 Millionen Euro zu, zweckgebunden für Infrastruktur und Klimaschutz. Der eigentliche Vorzug liegt darin, dass sich ein solches Vorhaben weitgehend selbst trägt. Fördermittel und ein externer Betreiber können Errichtung und Unterhalt übernehmen, sodass der städtische Haushalt allenfalls am Rande berührt wird.
Hier finden Sie den Antrag als PDF.