Aufruf zum Protest gegen Naziaufmarsch am 22. August in Worms
„Ich bereue nichts“, erklärte Rudolf Hess am 31. August 1946 im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof in Nürnberg, und bezeichnete sich „als treuer Gefolgsmann meines Führers“. Das war die Rechtfertigung, das Geständnis für seine unmittelbare und indirekte Beteiligung an millionenfachem Mord an Juden, Sinti und Roma, politisch Andersdenkenden, Gewerkschafterinnen, aufrechten Christinnen, sozial Ausgegrenzten und – an einem Angriffskrieg zum Unterjochen vieler Länder Europas und der Sowjetunion. Dies bereu(t)en weder Rudolf Hess noch die heutigen Gefolgsleute des willfährigen „Schoßhundes“ seines „Führers“ Adolf Hitler. Deshalb rufen sie wie schon häufiger in den vergangenen Jahren unter dem Decknamen „Initiative Mord verjährt nicht“ für den 22. August in Worms wieder zum Gedenken an diesen Verbrecher und die Verbrechen der deutschen Faschistinnen auf.
Kann oder darf es ein störungsfreies Gedenken für Massenmörder geben? Keinesfalls, sagen das Bündnis gegen Naziaufmärsche Worms, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Stadtverband Worms, der Runde Tisch gegen Rechtsextremismus an der Lutherkirche, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) und rufen auf zum Protest am 22. August 2026 ab 13.00 Uhr auf den St. Albansplatz vor dem Wormser Hauptbahnhof. Bereits um 11.30 Uhr veranstaltet das „Offene antifaschistische Treffen Alzey“ ab dem Wormser Hauptbahnhof eine Demonstration durch die Innenstadt unter dem Motto „Kein Gedenken den Tätern“. Gemeinsam soll den sich versammelnden Nazis offen und lautstark entgegengetreten werden. Derzeit ist noch nicht bekannt, ob sich die Faschistinnen die Möglichkeit einer Demonstration durch Worms einklagen werden oder – angesichts der offenen Verherrlichung des Verbrechers Rudolf Hess – eine solche nicht doch wirksam verboten werden kann.
Wider Erwarten oder nach schlechter Erfahrung in der Vergangenheit könnte eine De-monstration der Nazis doch zugelassen werden. Auf diesen Fall sollten sich die für Demokratie und Solidarität gegen rassistisch, queerfeindlich und politisch motivierte Übergriffe sowie gegen menschenverachtende öffentliche faschistische Propaganda engagierenden Teilnehmerinnen der Protestkundgebung einstellen. Die Nazis sollen auch dann nicht störungsfrei und unwidersprochen die Bewohnerinnen und Besucher*innen von Worms belästigen dürfen. Gemeinsam demonstrieren wir: Worms wehrt sich – nichts ist vergessen und niemand!
Hier finden Sie den Aufruf als PDF.