Der Juli fällt in diesem Jahr vollständig in die Sommerferien und damit fällt für diesen Monat auch die kostenfreie Nutzung des Deutschlandtickets für Schüler*innen weg. Die GRÜNE Stadtratsfraktion pocht deshalb für die kommende Sitzung des Bau- und Mobilitätsausschusses am Donnerstag, auf eine Aussprache zum Thema.
Erklärtes Ziel muss es sein, die durchgängige Gültigkeit des Tickets für anspruchsberechtigte Schüler*innen zu sichern – kurzfristig für den Sommer 2026 und ab 2027 dauerhaft.
Worms steht damit nicht allein: Auch in anderen Landkreisen wie Birkenfeld und Bad Kreuznach fällt das Ticket im Juli aus, während wiederum benachbarte Kreise es ermöglichen. Diese Flickenteppich-Lösung macht deutlich, dass das Problem dauerhaft nur auf Landesebene wirklich gelöst werden kann.
Bis zur Stadtratssitzung am 24. Juni 2026 wollen die GRÜNEN die Verwaltung zumindest beauftragen, über mögliche Finanzierungsmodelle zu berichten sowie die Zahl der Berechtigten und die entstehenden Kosten zu beziffern. Idealerweise gelinge eine Lösung noch für den Sommer 2026, man sei sich jedoch bewusst, dass die verbleibende Zeit bis zu den Ferien dafür kaum ausreicht, so die Grünen. Umso wichtiger sei es, jetzt die Weichen zu stellen: Spätestens ab 2027 müsse die Ticketgültigkeit in den Sommerferien verbindlich und dauerhaft gesichert sein.
„Worms zahlt das Schüler*innen-Deutschlandticket elf Monate im Jahr und lässt es ausgerechnet im Ferienmonat auslaufen. Diese Lücke wollen wir schließen – kurzfristig für diesen Sommer und ab 2027 dann dauerhaft“, sagt Fraktionsvorsitzende Anna Biegler. „Klar ist aber auch: Die Ausweitung der Finanzierung auf die Ferien ist eine Landesaufgabe. Wir nehmen die Landesregierung mit in die Verantwortung und fordern ganz klar die entsprechende finanzielle Unterstützung ein.“
Für Carolin Cloos, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, steht die Teilhabe im Vordergrund: „Wer im Juli kein Ticket hat, kommt nicht ins Freibad, nicht zum Sportverein und nicht ins Ferienprogramm. Das trifft die Familien am härtesten, die ohnehin jeden Euro umdrehen müssen.
Mobilität in den Ferien ist eine Frage der Teilhabe und deshalb darf das Ticket nicht an der Schuljahresgrenze enden.“ Dabei stehe die Fraktion nicht allein: Auch die Bildungsgewerkschaft GEW und die Landesschülervertretung fordern seit Längerem eine landesweite Lösung.
Der Aufwand bleibt überschaubar: Es geht um einen klar abgegrenzten Personenkreis, für den die Stadt die Beförderungskosten ohnehin bisher getragen hat. Vor einer Belastung des städtischen Haushalts seien die Konditionen des VRN, die Übernahme von Beförderungskosten über das Bildungs- und Teilhabepaket sowie eine Erstattung durch das Land auszuschöpfen.
Das Anliegen betrifft Familien in allen Wormser Stadtteilen. Genau deshalb hoffen die GRÜNEN, gemeinsam mit Verwaltung und Land eine tragfähige Lösung zu finden und das Ticket für Schüler*innen auch in den Sommerferien dauerhaft zu sichern.